Meraner Land

Harmonie der Gegensätze: Südtirol liegt zwischen alpinen Gipfeln und mediterraner Landschaft, zwischen deutschem und italienischem Sprachraum, zwischen weltoffener Neugier und tief verwurzelter Tradition.

Palmen, Pinien, Zypressen, Latschenkiefern, Oliven- und Zitronenbäumchen, Apfelplantagen, Weingärten, Almen, Waalwege, Promenaden, k. u. k.-Architektur, Schlösser, Burgen, Törggelen, Schüttelbrot, Speck und Wein – all das (und noch viel mehr) ist Südtirol.

Heimatgefühle

Für uns ist Südtirol, allen voran das Meraner Land, so etwas wie eine zweite Heimat. Seit vielen Jahren schon, für Hardy gar von Kindesbeinen an. Jedes Jahr zieht es uns mindestens einmal in die Gegend rund um Meran, die ehrwürdige Kurstadt an der Passer, in der schon Österreichs Kaiserin Sisi liebend gern verweilte. Zu ihrer Zeit blühte Meran auf, bald prägten Villen, Grandhotels und Promenaden das Stadtbild. Fortan kamen vor allem Künstler und Adelige, um am »Südbalkon der Monarchie« standesgemäß zu kuren.

Entdeckungsreise

Heute können Sie in der von Matteo Thun designten Therme Meran vollumfänglich wellnessen, bevor Sie entspannt über die Brücke auf das Kurhaus im historischen Zentrum zuschreiten. Mehr als nur einen Besuch sind Merans Laubengänge wert: Seien Sie neugierig und erkunden Sie den ein oder anderen Innenhof. Manchmal verbirgt sich dort gar Interessantes: Ob kulinarische Raffinessen oder Geschichte pur – lassen Sie sich überraschen!


Früher Stammburg der Grafen von Tirol beherbergt Schloss Tirol heute Südtirols Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte und ist ebenfalls einen Besuch wert.

Garten Eden

Im Osten von Meran finden Sie ein spektakuläres Naturidyll: Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff mit Teichlandschaft, Pavillons, verschlungenen Spazierwegen sowie unzähligen Blumen und Pflanzen aus aller Welt. Inmitten dieses natürlichen Amphitheaters steht das Schloss Trauttmansdorff, in dem seinerzeit Kaiserin Sisi wohnte, wenn sie sich wieder einmal in Südtirol aufhielt. Die – ebenfalls von Matteo Thun entworfene – Aussichtsplattform ist nur etwas für Schwindelfreie: Während ich dort oben stehe und meinen Blick über die grandiose Landschaft ringsum streifen lasse und fast meine, fliegen zu können, spüre ich, wie mein Körper durch die Schwingungen der Plattform sanft vibriert …

Im Paradies

Mehr als 2.000 Sonnenstunden im Jahr prädestinieren die Region geradezu für den Apfelanbau, was am Ende tatsächlich einzigartig aromatische Früchte hervorbringt. Wenn Sie frei über Ihre Zeit verfügen können sollten Sie unbedingt im Frühling ins Meraner Land: Je nach Temperatur und Apfelsorte verwandelt sich die Gegend von Ende März bis Anfang Mai in ein weiß-rosa Blütenmeer – das muss man einmal erlebt haben! Ein Highlight sind dabei sternenklare Nächte: Dann verzaubert nämlich die Frostschutzberegnung die zarten Apfel- in filigrane Eisblüten. Märchenhaft.

Apfelblüte im Golf Club Lana in Südtirol in Italien
Apfelblüte im Golf Club Lana, (c) www.golfinsuedtirol.it

Rebensaft

Das milde Klima und die viele Sonne bewähren sich noch bei einem anderen »Obst«: den Weintrauben. Aus denen keltern Südtirols Winzer die für die Region typischen Weine wie Vernatsch, Lagrein, Gewürztraminer, Terlaner und etliche mehr. Seit 1992 findet alljährlich im Spätherbst das Merano Wine Festival statt, wo im Kurhaus Meran einem internationalen Publikum hauptsächlich italienische Weine präsentiert und die besten gekürt werden.

Körperliche Ertüchtigung

Mit seinen vielen Tälern, Almen, Höhen- und Waalwegen eignet sich das Meraner Land perfekt für Wanderer und Radfahrer. Und für Golfer sowieso: Insgesamt neun Golfplätze gibt es in Südtirol, wobei die klimatischen Spielbedingungen von alpin über mild bis mediterran reichen – allen Plätzen gemein ist jedoch das beeindruckende Bergpanorama.

Ode an den Genuss

Körperliche Betätigung lässt sich am besten mit kulinarischem Genuss verbinden und der hat in Südtirol sehr hohe Priorität. Suppen, Nocken, Knödel in allen Variationen, Risotto, Spaghetti, Schlutzkrapfen, Speck, Kaminwurzen, Schüttelbrot, geröstete Kastanien (»Keschtn«) und Käse, Äpfel und Wein – das sind einige der Spezialitäten, auf die die Südtiroler zu Recht überaus stolz sind. Wo Sie letztlich einkehren – ob Gourmetrestaurant, Almhütte, Gasthaus, Hof- oder Buschenschank – spielt keine Rolle, schmecken tut’s da wie dort. Eine saisonale Besonderheit in Südtirol ist das herbstliche Törggelen: Bei dem auch als »fünfte Jahreszeit« bekannten Brauch verbindet man auf charmante Art und Weise das Wandern mit der anschließenden Einkehr in eine Buschenschank, wo in aller Tradition regionale, deftige Spezialitäten zusammen mit dem neuen Wein in geselliger Runde verzehrt werden.

Begehrte Lage

Dank zweier Gebirgspässe war die Alpenregion immer schon ein Grenzland mit zentraler Stellung im europäischen Machtgefüge. Nach 500 Jahren Zugehörigkeit zu Österreich wurde Südtirol 1919 schließlich Italien zugesprochen – als Preis für dessen Kriegseintritt im Jahre 1915. Seither musste die Bevölkerung vieles erdulden: Unterdrückung, Vertreibung, Entnationalisierung und Italianisierung, unzählige Verordnungen, Erlässe und Gesetze, die für die Südtiroler in fast allen Lebensbereichen harte Einschnitte bedeuteten.

Autonome Region

Nach Ende des 2. Weltkrieges folgten Jahrzehnte zähen Verhandelns um die Autonomie Südtirols, verbunden mit von Aktivisten verübten Anschlägen, UNO-Vollversammlungen, Zugeständnissen, Beschlüssen und Verzögerungen, bis 1972 schließlich das zweite Autonomiestatut in Kraft trat und die Region fortan zur »autonomen Provinz Bozen-Südtirol« machte. Allerdings dauerte es weitere 20 Jahre, bis Südtirol die Gesetzgebungs- und Durchführungsgewalt über alle im Statut festgelegten Bereiche erhielt. Heute gilt Südtirols Autonomie weltweit als Modell für Minderheiten.

Obwohl wir durchaus schon ungastliche, kalte, regnerische Tage in Südtirol verbracht haben, geht in meinem Herzen immer buchstäblich die Sonne auf, wenn ich an Südtirol denke. Vielleicht auch deshalb, weil Hardy mir dort vor Jahren einen Heiratsantrag gemacht hat – ganz romantisch, mit einem riesigen Strauß roter Rosen …

Facts:

Rund 500.000 Einwohner zählt Südtirol, knapp 100.000 davon leben in der Region Meraner Land, wo sich die Sprachen Deutsch und Italienisch mit je ca. 50 Prozent die Waage halten, nur ein geringer Teil der Bevölkerung spricht Ladinisch (eine Mischung aus Latein und Rätisch). Von Norden her ist die mit Burgen, Ansitzen und Schlössern reich bestückte Region durch hohe Berge geschützt, das nach Süden geöffnete Meraner Tal sorgt für Zufuhr warmer Luft. Ein ideales Klima für Golfer, die auf insgesamt neun Golfplätzen abschlagen können. Die Region Meraner Land bietet einige Skigebiete, die richtig großen liegen allerdings im Westen (Ortler Skiarena) sowie im Osten (Skikarussell Dolomiti SuperSki) Südtirols, insgesamt können Sie 1.200 Pistenkilometer mit nur einem Skipass befahren. Auch Wanderer und Radfahrer werden diese Destination dank ihrer unzähligen Möglichkeiten lieben – und Gourmets sowieso.