Hotel Sacher – Ikone der Wiener Hotellerie

Hotel Sacher – Ikone der Wiener Hotellerie

Einer unserer Kindheitsträume geht in Erfüllung: Einmal im Hotel Sacher in Wien übernachten. „Hallo – Hotel Sacher … Portier!“ – können Sie sich an diese Serie aus den 1970er Jahren mit Fritz Eckhardt erinnern? Bei Hardy war diese Serie der Auslöser für seinen Kindheitstraum, bei mir war’s eher das Großwerden in Wien – ich bin unweit des Hotel Sacher in die Schule gegangen und konnte mich schon damals nicht satt sehen an diesem Flaggschiff familiengeführter Luxushotellerie. Seinerzeit allerdings nur von außen …

Vor knapp einem Jahr hat Hardy den Hoteldirektor des Sacher, Reiner Heilmann, interviewt. Der erzählte während des Gesprächs vom „Sacher Spirit“ unter den Mitarbeitern, vom Denken in Marke und Generationen, vom Verkaufen von Emotionen, von der Wichtigkeit scheinbarer Kleinigkeiten, wobei er wisse, dass er mit seiner Detailverliebtheit manche Menschen in den Wahnsinn treiben könne, er sie dennoch für essenziell halte, um die Erwartungshaltung der Gäste zu erfüllen. Wir sind gespannt, ob und wieviel wir von diesem „Sacher Spirit“ zu spüren bekommen und ob wir einen Unterschied zwischen diesem familiengeführten Luxushotel und Kettenhotels der selben Kategorie feststellen können.

Was die Mitarbeiter betrifft bekommen wir gleich in den ersten zehn Minuten einen Eindruck. Doorman, Concierges, die Damen an der Rezeption – sie alle sind uns aufmerksam, offen und interessiert zugewandt und strahlen förmlich vor Stolz ob der Tatsache, Teil eines solch ehrwürdigen Hotels zu sein. Dieser Stolz kommt jedoch in keinster Weise überheblich rüber, im Gegenteil: Die Mitarbeiter wirken extrem fröhlich und scheinen viel Freude an ihrer Arbeit zu haben. Diesen ersten Eindruck finden wir während des weiteren Verlaufs unseres Aufenthaltes immer wieder bestätigt: im Spa, beim Abendessen im Restaurant Rote Bar, am Morgen beim Frühstück.

Lobby im Hotel Sacher in Wien

Dieser „Sacher-Spirit“ färbt scheinbar auch auf die Gäste des Hotel Sacher ab. Man sagt ja: Jedes Hotel hat die Gäste, die es verdient – so auch das Hotel Sacher. Gäste, Mitarbeiter und Hotel scheinen eine harmonische Symbiose auf Zeit zu leben. Das Hotel Sacher verkörpert durch und durch Eleganz, Exklusivität, Opulenz – aber angenehm zurückhaltend, nicht aufdringlich. Und das trotz intensiver Farben, edler Materialien, wuchtiger Stoffe, teils großformatiger Gemälde und Spiegel, imposanter Kristallluster und historischer Möbel. Das Hotel Sacher vermittelt Seriosität – was aber nicht mit langweilig gleichzusetzen ist, sondern vielmehr mit dem Gefühl, an diesem Ort wirklich gut aufgehoben zu sein. Ebenso „gentlemen- und ladylike“ erleben wir die Sacher Gäste.

Don Giovanni Suite

Wir bewohnen eine Don Giovanni Suite (Nr. 215) mit Blick auf die Rückseite der Wiener Staatsoper. Die Suite besteht aus einem Vorraum, Ankleideraum, Bad, WC, Wohnraum und Schlafzimmer. Im Hotel Sacher sind alle 149 Zimmer und Suiten nach Opern und Komponisten benannt: La Traviata, Carmen, Nabucco …
Taupe und kräftiges Gelb sind die dominierenden Farben in unserer Suite, Holz, Marmor und Granit die vorherrschenden (Boden)Materialien, ergänzt um erlesene Stoffe und exquisite Möbelstücke.

Den Stil unserer Don Giovanni Suite würde ich mit zeitloser Eleganz beschreiben, ergänzt um modernste Technik – so ist beispielsweise ein Flachbildschirm in den Badezimmerspiegel integriert.

Willkommen

Ein riesiger Strauß weißer Rosen, ein Obstteller, vier feine Pralinen, zwei Sacherwürfel auf den Nachtkästchen und ein handgeschriebener Brief von Direktor Reiner Heilmann liegen zur Begrüßung in unserer Don Giovanni Suite bereit. Als besondere Aufmerksamkeit wird uns noch ein eigens für das Hotel Sacher produzierter Champagner auf die Suite gebracht. Im Badezimmer gibt’s die köstlich duftenden hauseigenen „Time to Chocolate“-Produkte.

Am Anfang war die Torte …

Sehr passend, denn mit Schokolade – genauer: mit der Sachertorte – hat ja eigentlich alles begonnen: 1832 beauftragte Fürst von Metternich den damals 16-jährigen Kochschüler Franz Sacher mit der Herstellung einer Torte für seine anspruchsvollen Gäste. Der Rest ist Geschichte. Bis das 1876 von Franz Sacher’s Sohn Eduard eröffnete Hotel Sacher allerdings in den Besitz der heutigen Eigentümerfamilie Gürtler überging, dauerte es noch eine Weile. 1934 war’s, als die Familien Gürtler und Siller das traditionsreiche Hotel übernahmen, seit 1962 gehört es ausschließlich der Familie Gürtler.

Vieles hat sich seither verändert – es wurde renoviert, erweitert, umgebaut. Prominente Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Politik hat das Hotel Sacher seit jeher beherbergt und tut es noch. Queen Elisabeth II, John F. Kennedy, Herbert von Karajan, Grace Kelly und auch Youngsters wie beispielsweise Rihanna, Mark Zuckerberg, Justin Bieber und viele andere nächtigten bereits im traditionsreichen Hotel Sacher. Geht man durch die ursprünglich von Anna Sacher (Eduard’s Frau) angelegte Galerie voller Bilder entdeckt man viele bekannte Gesichter.

Die Bildergalerie im Hotel Sacher in Wien

Wellness & Spa

Bei dem Schneegestöber, das heute draußen herrscht, wollen wir keinen Fuß mehr vor die Tür setzen und so gönnen wir uns am Nachmittag eine Stunde im Sacher Spa. Das Soledampfbad ist Balsam für unsere in letzter Zeit stark beanspruchten Bronchien, die Kräutersauna mit angenehmen 55 Grad ideal zum Abschalten und Entspannen. In der Kräutersauna ergießt sich alle paar Minuten von oben ein Wasserstrahl auf jeweils eine der drei auf einem flachen Sieb befindlichen Kräutersorten (Lavendel, Minze, Salbei), um schlussendlich zischend auf den darunterliegenden heißen Steinen zu wohlduftendem Nebel zu verdampfen.

Entspannt und hungrig gehen wir später ins Restaurant Rote Bar im Hotel Sacher, um in gediegenem Ambiente zu essen.

Turn Down Service

Wieder in unserer Don Giovanni Suite ist der Turn Down Service schon erledigt: Ein Körbchen mit diversen üblichen Utensilien sowie einer Laufkarte (für die Sportlichen) und einem Kissenmenü (vom Antiallergie-Kopfkissen über’s Rosshaar Flachkissen bis zum Nackenstützkissen) steht auf einem der beiden Nachtkästchen. Das TV-Programm, am richtigen Tag aufgeschlagen und mit einer erklärenden Menüliste bestückt, liegt am Bett bereit.

Kissenmenü im Hotel Sacher

In und rund um die gegenüberliegende Wiener Staatsoper laufen die Vorbereitungsarbeiten für den am Donnerstag stattfindenden Opernball die ganze Nacht auf Hochtouren – wir schlafen trotzdem sehr gut in den Betten und der feinen Bettwäsche des Hotel Sacher.

Morgenstund’ hat Gold im Mund

Der Frühstücksraum befindet sich gegenüber des Restaurants Anna Sacher, das Buffet teilt sich auf mehrere Bereiche auf – da gibt’s die „süße Kommode“, auf der selbstverständlich – neben anderen Mehlspeisen – auch die berühmte Sachertorte auf Süßschnäbel wartet. An der Frischestation kann man sich von einem Koch diverse Speisen à la minute zubereiten lassen. Ich wähle die Pancakes mit Ahornsirup, die exzellent schmecken – total flaumig und so richtig gut, ein echter Genuss! Und dann gibt’s natürlich noch das „klassische“ Buffet mit Brot und Gebäck, Wurst, Schinken, Käse, Gemüsesticks, diversen Dips, Cerealien, Joghurts, Birchermüsli (ebenfalls sehr gut!), Obst (inklusive saftiger Orangenfilets!) und noch einiges mehr. Besonders gut schmeckt uns der Sacher Trüffelschinken.

Kurze Zeit später wird’s leider auch schon wieder Zeit, das traditionsreiche Hotel Sacher zu verlassen …

Fazit

Das Hotel Sacher in Wien (Österreich) ist ein Luxusdomizil von zeitloser Eleganz. Das einzigartige Flair ist bestimmt zu einem Großteil der Tatsache zu verdanken, dass es ein familiengeführtes Hotel mit ganz individueller Handschrift ist. Aus unserer Sicht ist das Hotel Sacher traditionell – aber nicht verstaubt –, elegant und stilvoll – aber nicht überladen –, exquisit in Ausstattung und Einrichtung – aber nicht plüschig und schwer. Kurzum: Absolut empfehlenswert!

Reiner Heilmann ist ein Hoteldirektor, der die familiären Werte, durch die das Sacher geprägt ist, in perfekter Weise lebt – und das spürt man als Gast sehr deutlich. Sowohl beim Einchecken, als auch beim Abendessen in der Roten Bar und beim Check-Out kam Reiner Heilmann vorbei, um uns zu begrüßen bzw. zu verabschieden, kurz nach dem Rechten zu schauen und ein paar Worte mit uns zu plaudern – wir haben ihn als sehr nahbaren, sympathischen Menschen erlebt.

Die kulinarischen Vorzüge des Hotel Sacher kannten wir schon von einigen vorangegangenen Besuchen (sowohl im Anna Sacher wie auch im Restaurant Rote Bar) und waren auch diesmal wieder hellauf begeistert.

Anmerkung: Wir wurden für die Nacht von 9. auf 10. Februar 2015 von Hoteldirektor Reiner Heilmann ins Hotel Sacher eingeladen, was jedoch keinen Einfluss auf die von uns gewonnenen und hier beschriebenen Eindrücke hat. Ganz lieben Dank an dieser Stelle nochmals für die Einladung!

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