Chefs Table im Restaurant DIE KÜCHE

Am Chefs Table im Restaurant DIE KÜCHE

Gleich an unserem ersten Abend im Palais Hansen Kempinski Vienna sind wir zum Dinner ins hoteleigene Restaurant Die Küche eingeladen. Wir setzen uns an den Chefs Table – unser liebster Platz, denn da sieht man alles ganz genau, lernt dadurch immer wieder Neues und hat außerdem den direkten kommunikativen Draht zu Küche und Service. Wir mögen es, Menschen kennenzulernen und ihre Geschichte(n) zu erfahren – auch dadurch erweitert sich der eigene Horizont und manchmal ist es witzig und spannend, wie sich plötzlich der Kreis schließt, wie Sie später noch feststellen werden …

Am liebsten essen wir in einem Restaurant, was auch der Küchenchef selber gerne essen würde – damit liegt man eigentlich immer richtig. Die Erfahrung zeigt, dass dann meist exzellente Produkte und Kreationen auf unseren Tellern landen, weil jeder Küchenchef natürlich sein Bestes geben will.

Das probieren wir auch hier und fragen, ob Küchenchef Philipp Vogel – der mit seinem Team schon ein Jahr nach Eröffnung für das ebenfalls hoteleigene Restaurant Edvard den ersten Michelin Stern erkochte – kurz Zeit für uns hätte. Hat er. Nachdem er mit uns geplaudert, uns nach unseren Vorlieben gefragt und ein paar Vorschläge gemacht hat, zieht er sich wieder in die Küche zurück.

Betreut werden wir weiterhin bestens: da gibt es nochmal zwei Philipp’s (ob man die ebenso wie den Küchenchef schreibt, kann ich jetzt nicht mit Sicherheit sagen) – den Koch, der trotz seines noch relativ jungen Alters über alles bestens Auskunft geben kann, und den Kellner, der vorher im Palais Coburg beschäftigt war, wie wir auf Nachfrage erfahren. Außerdem kümmert sich noch Lukas, Assistant Food & Beverage Manager, um uns – er hat seine Lehre im Grand Hotel Wien absolviert und später in St. Moritz gearbeitet. Und schon haben wir reichlich Gesprächsstoff, denn sowohl im Grand Hotel als auch in St. Moritz waren wir erst kürzlich.

Aber jetzt zur eigentlichen Hauptsache: dem Essen. Als Appetizer gibt’s Joseph Brot (wenn wir in Wien sind zählen auch wir zu den Stammkunden vom Joseph) mit Zitronen-Schafkäse-Dip und luftgetrocknetem, geräuchertem Bauchspeck aus dem Kamptal.

Bauchspeck aus dem Kamptal im Restaurant Die Küche im Palais Hansen Kempinski Vienna in Österreich
Bauchspeck

Danach fertigt Philipp, der Koch, nach unseren Wünschen und direkt vor unseren Augen ein Tatar vom Rind an. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, oder? Qualitativ ist das Tatar allererste Sahne, geschmacklich gibt es ein etwas ungleiches Ergebnis (an manchen Stellen etwas fade, an anderen hinsichtlich Würze wiederum perfekt), was wohl daran liegt, dass zwei Löffel zum Vermengen der Zutaten verwendet wurden – mit Löffel und Gabel hingegen gelingt üblicherweise ein gleichmäßigeres Ergebnis, weil sich Tatar und Zutaten mit der Gabel richtig gut „vermantschen“ lassen.

Weiter geht’s mit einem Risotto mit Alba Trüffel. Himmlisch! Die Konsistenz des Risotto ist schlichtweg perfekt. Hinsichtlich des Geschmacks droht allerdings die Trüffelnote von der im Risotto verwendeten Zwiebel übertönt zu werden – entweder wurde etwas zu viel Zwiebel eingesetzt oder diese zu lange angeschwitzt.

Als Hauptgang bekommt Hartmuth ein Kalbsrückensteak auf getrüffeltem Kartoffelpürree mit grünem Spargel. Jeder einzelne Bestandteil schmeckt fantastisch, Fleisch und Spargel sind auf den Punkt gegart, der Jus ist so lecker, dass ich am liebsten darin baden würde.

Ich bekomme Linguini in Tomaten-Jungzwiebel-Sauce mit Lachs, Thunfisch, Wolfsbarsch und Zander, was nicht nur eine Augenweide ist – wie die Fotos zeigen –, sondern auch eine wahre Gaumenfreude.

Nach dem Hauptgang pausieren wir ein bisschen, danach wechseln wir zum gegenüberliegenden Patisserie-Chefs-Table. Dort wartet die eingangs angesprochene Überraschung in Sachen wenn man Menschen begegnet und kennenlernt. Auf der anderen Seite des Chefs Table steht eine junge Dame, Anfang 20, die sich mit „Ich heiße Vanessa“ vorstellt. Wir kommen ins Reden und siehe da: Sie stammt (auch) aus Vorarlberg. Aber nicht nur das – ihre Mama ist doch tatsächlich mit Harmuth in die Schule gegangen! Wieder einmal staunen wir, wie klein die Welt doch ist!

So klingt der Abend äußert stimmungsvoll bei fröhlichem Geplauder aus. Als Dessert bekomme ich von Vanessa ein Mango Ragout mit Zitronengras, Limette und Koriander, dazu Jasmin-Eis, Milchreis-Kokos-Espuma und gepufften Jasminreis (der, wie mir Vanessa verrät, zuerst gekocht, dann frittiert und anschließend getrocknet wird).

Obwohl wir den nicht probiert haben, wollen wir Ihnen den Signature Dish des Restaurants Die Küche nicht vorenthalten: Die Käsekrainer – eine traditionelle Wurst, die die Wiener heiß und innig lieben. Im Hansen Kempinski setzt man dabei auf das Familienunternehmen Höllerschmid aus dem niederösterreichischen Kamptal. Also ausschauen tut sie richtig gut, die Käsekrainer – finden Sie nicht?

Zum Abschluss und weil’s so gut weihnachtlich geschmeckt hat, zeige ich Ihnen hier noch mein Dessert, das ich mir am nächsten Tag auf der Zunge zergehen habe lassen: Zimtmousse und Zwetschkenröster auf Biskuittboden mit Apfel-Punsch-Eis. Mmmhhh!!

Am Samstag sind wir in einem anderen Bereich des Restaurants gesessen, der ebenso gemütlich war – aber leider nicht ganz so kommunikativ und abwechslungsreich wie der Chefs Table … 😉

Wie ich das auch in meinem Beitrag übers Palais Hansen Kempinski Vienna (dort beim Thema Frühstück) erwähne, setzt man hier auf Nähe zwischen Küchenmitarbeitern – die ja üblicherweise „im Verborgenen“ werken – und Gästen. Das Dessert wählt man im Restaurant Die Küche nämlich nicht via Speisekarte, sondern bekommt die Variationen persönlich von einem Mitlgied der Patisserie vorgetragen. So kommt es, dass wir Vanessa am Samstag nochmal sehen, worüber wir uns sehr freuen.

Fazit

Im Restaurant Die Küche des Palais Hansen Kempinski Vienna bekommt man ehrliche, bodenständige Küche geboten. Die verwendeten Produkte sind von erstklassiger Qualität, das Niveau der Zubereitung ist exzellent, der Service angenehm ungezwungen und aufmerksam.

Wenn Sie den direkten Austausch mit den Menschen, die sich um Ihr kulinarisches Wohlergehen kümmern, schätzen und den Köchen bei ihrem Werken zuschauen wollen, empfehlen wir Ihnen unbedingt den Chefs Table. Abwechslung und Unterhaltung sind hier garantiert!

Anmerkung: Wir wurden für das Dinner am 21. November 2014 von General Manager Markus Lueck in Die Küche eingeladen, wofür wir uns an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken! Diese Tatsache hat keinen Einfluss auf die von mir beschriebenen (Geschmacks)Erlebnisse und Eindrücke.

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*